Homöopathische Mittel – na klar. Aber in welcher Potenz?

Mai 10, 2016

(Kerstin Kilthau, info@hundundkatz-ellhofen.de)

Bei fast jedem Hausbesuch und im Laufe einer Behandlung meiner tierischen Patienten höre ich vom Halter immer wieder die gleiche Frage: Welche Potenz ist die Richtige? Dann bringt mir Herrchen oder Frauchen die Hausapotheke mit einem Sammelsurium an Globulis. D6, D12, C30, C200 etc. Oftmals weiß der Tierhalter gar nicht mehr, warum und für welche Krankheit er dieses Mittel bekommen hat.

Also jetzt der Reihe nach…

Potenzieren (verdünnen und verschütteln) bedeutet „Kraft-Freisetzen“. Je intensiver potenziert wird, desto stärker ist die Wirkung. Der Vorgang des Dynamisierens trifft auf Unverständnis der Mediziner, da ab einer bestimmten Potenz kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachweisbar ist.

Hahnemann forderte, die Kunstkrankheit (ausgelöst durch die homöopatische Arznei) muss etwas stärker sein als die natürliche Krankheit des Patienten. Also benötigt eine heftige Krankheit, einen heftigen Arzneireiz. Tiefe Potenzen wirken weniger signifikant als höhere Potenzen und müssen in der Regel häufiger gegeben werden. Höhere Potenzen wirken spezifischer und haben einen intensiveren Effekt.

Es ist ein Irrtum, dass akute Krankheiten mit tiefen (D6, D12) und chronische mit hohen Potenzen (C30, C200, M, XM) behandelt werden. Ein bisher gesunder Patient wird bei einer heftigen akuten Krankheit mit einer hohen Potenz behandelt. Bsp. Wenn eine Katze unmittelbar nach einem Sturz eine hochpotenzierte Arnica bekommt, kommt es nicht oder nur im geringen Ausmaß zu den erwarteten Schmerzen, Hämatomen und deren Folgeerscheinungen. Hochpotenzen gehören aber nicht in die Hände von Laien, da Erstreaktionen immer möglich sind.

Informieren Sie sich deshalb bei Ihrem Tier-Homöopathen und vermeiden Sie „Selbstversuche“.

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